Ein Besuch beim Schneider

Ein Besuch beim Schneider

#NextLevelLetzten Samstag war ich das erste Mal bei einem Schneider für Maßhemden und -anzüge. Bei den Maßtagen der Müller Maßmanufaktur, um genau zu sein. Es war für mich als jemanden, der Qualität und tolles Design schon immer zu schätzen wusste, ein ganz besonderes Erlebnis. Eine Erfahrung, die ich hier festhalten möchte.

Mit Termin ins Sofitel

Da die Maßmanufaktur Müller in Hamburg keine eigene Filiale hat, werden alle paar Monate im Sofitel die nötigen Räumlichkeiten gemietet. Die Zeit ist begrenzt und die Termine begehrt. Durch das vorherige Anmelden ist es jedoch selbstverständlich, dass man sich während der Beratung und Auswahl selbst die Zeit nehmen kann, die man braucht.

Erstmal vermessen

Angekommen in den Räumlichkeiten ging’s nach einer netten Begrüßung und einer Tasse Kaffee direkt ans Werk. Während meine Maße genommen wurden, war die Atmosphäre locker und es wurde sogar noch die eine oder andere Anekdote geteilt. Natürlich war ich auch wie immer neugierig, mehr über das Handwerk zu erfahren, das mich an diesem Tag noch einiges kosten sollte. So erfuhr ich zum Beispiel, dass es üblich ist, bei Maßhemden für Armbanduhrenträger die Ärmel auf der einen Seite weiter zu fassen, als auf der anderen! Als besonders angenehm empfand ich, wie Informationen über mein „Trageverhalten“ ganz nebenbei gesammelt wurden. Wird das Hemd eher in der Hose getragen oder locker darüber? Soll der Abschluss demnach leicht gerundet sein? Wird der oberste Kopf offen getragen oder eher zugemacht? Wie sieht es mit Krawatten aus? Und natürlich: Werden die Ärmel eher hochgerollt oder lang getragen?

Es folgt die Qual der Wahl

Nachdem die Maße für das neue Hemd festgelegt wurden, folgte der schwierige Teil: die Auswahl des Stoffs. Kurz hätte mich mein Kaufverhalten bei Anson’s fast Kopf und Kragen gekostet: „Der Stoff, der Stoff und der! Super. Drei Hemden bitte!“, doch das war an diesem Tag leider keine Option gewesen. Natürlich sollte mein erstes Maßhemd eines sein, das ich oft tragen würde. Doch schlicht weiß, schwarz oder blau? Wäre das nicht etwas langweilig? Ein Muster sollte es also schon sein, aber nicht zu extravagant, sodass man es nur zu bestimmten Anlässen tragen konnte! Die erste Empfehlung ging hin zu einem schwarzen Stoff mit weißen Punkten mit brauner Kontur. Edel und trotzdem nicht langweilig, aber irgendwie zu winterlich für meine aktuelle Gefühlslage. Nach langem hin und her fiel die Wahl schließlich auf einen dunkelblauen Stoff mit zurückhaltendem blau-rosanen Blumenmuster. Ausgerechnet genau das Hemd, das mein Begleiter Dirk an diesem Tag trug – was ich dann irgendwie als Schicksalswink empfand. Natürlich wäre das nicht ohne Dirks deutliches „Okay!“ gegangen!

Die Auswahl des Kragens und der Manschette fielen mir deutlich leichter! Das Modell „Modena“ überzeugte mich mit leichtem Haifisch-Kragen – so, wie eigentlich alle meine Hemden gestaltet sind; ein Kragen, der sowohl für Krawatten als auch ohne geeignet ist. Bei der Manschette entschied ich mich für die schlichte Version mit einem Knopf. Auch aus dem simplen Grund, dass ich eh die Ärmel meistens hochgekrempelt trage. Optional wären noch eine Brusttasche, eine Knopfleiste sowie eine Ziernaht entlang der Knöpfe gewesen, ich entschied mich jedoch dagegen.

Kompetent beraten und fair behandelt

Nachdem dies alles schlussendlich entschieden war, blieb nur noch eine Frage offen: Soll das Hemd mit Monogrammen versehen werden oder nicht? Natürlich wollte ich es so, denn dann wäre die Einzigartigkeit und Maßfertigung ja perfekt und die Erinnerung an mein erstes Maßhemd ebenso. Doch kurz hatte ich gezögert, da ich hier versteckte Kosten vermutete. „Klingt nach einer einfachen Ergänzung, doch wie so oft, würde sie mich teuer zu stehen kommen!“, dachte ich. Doch auch hier überraschte Müller angenehm und mit der gebührenden Professionalität: eine so kleine Änderung sollte 3,95 € kosten. Wenig Arbeit für den Hersteller, ein enormer Kundennutzen. So rundet man das Geschäft perfekt ab. Preise richten sich hier nicht nach den Maßen, logisch, doch viel mehr: die Preistransparenz startet bei der Auswahl des Stoffes. Hier und in der Fertigung selbst liegen für den Hersteller die größten Kosten und diese zeigt er als Preis an. Die wunderbare Beratung, die Getränke beim Vermessen und das kleine i-Tüpfelchen zur Individualisierung sind quasi mit inbegriffen. So definiere ich Qualität sowohl des Produkts als auch des Services.

Ein neuer Kunde

Insgesamt habe ich mich an diesem Tag bei der Müller Maßmanufaktur rundum wohlgefühlt und bin sogar nochmal zurück ins Hotel, um mir die aktuellen Kataloge und Bestellformulare doch noch mitzunehmen. Diese werden in Zukunft natürlich auch über die Post ihren Weg in mein Zuhause finden, sodass ich das nächste Mal, wie mein Begleiter Dirk, vorbereitet zu den Maßtagen erscheinen werde. Eine rundum tolle Erfahrung also. So gewinnt man neue Stammkunden, liebes Müller-Team! Danke, lieber Dirk, für das Erlebnis. Und danke, liebe Frau Zahn, für die tolle Beratung!

In ein paar Wochen steht noch die Beurteilung des Ergebnisses aus. Dann werde ich mein erstes Maßhemd endlich in Händen halten bzw. tragen können. Und mich hoffentlich mit einem Grinsen an diesen Tag zurückerinnern!

P.S.: Wer Interesse hat, mich zu den Maßtagen zu begleiten und selbst einmal ein Maßhemd zu bestellen, möge sich einfach melden. In diesem Falle winken sowohl dir als auch mir schöne Rabatte 😉 Chaka!

Update: So sieht’s aus!

Passt wie … maßgeschneidert!
Fühlt sich toll auf der Haut an.
Sieht super aus.

Fazit:

Soweit es der Kontostand erlaubt, immer wieder!

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