Ich mag’s kalt … eiskalt. Chills are coming!

Ich mag’s kalt … eiskalt. Chills are coming!

Seit einem Jahr dusche ich jetzt eiskalt und ich bin süchtig!

Heute stelle ich euch eine weitere Lebensart vor und die hat es in sich. Ich empfehle jedem die Transformation vom Warmduscher zum Eiswasser-Jünger! Oder zumindest den Selbstversuch über einige Tage bis Wochen. Natürlich klingt das für die meisten im ersten Moment verrückt, es kostet enorme Überwindung und die morgendliche Dusche wandelt sich vom Wellness-Gekuschel zum täglichen Kick. Aber glaubt mir, es lohnt sich. Im Folgenden ein paar Argumente für die kalte Dusche am Morgen, die ich gründlich recherchiert habe und euch deshalb guten Herzens nahebringen kann.

 

Vorteile vom eiskalten Duschen am Morgen

1. Tägliche Überwindung stärkt die Willenskraft

Dadurch, dass man sich jedes Mal aufs Neue überwinden muss, den Hahn aufzudrehen und sich dem anfänglichen Schock des kalten Wassers zu stellen, trainiert man die Fähigkeit, sich unangenehmen Situationen zu stellen. Und diese Fähigkeit braucht man. Denn was für kaltes Duschen gilt, gilt so auch für das ganze Leben: Es gibt zahllose Situationen, in denen wir die kleinen anfänglichen Herausforderungen überwinden müssen, um auf lange Sicht die viel größeren Früchte der Sache zu ernten. Immer dann, wenn man etwas erreichen will, muss man bereit sein, am Anfang ins „kalte Wasser zu springen“ und die sogenannte Comfort Zone zu verlassen. Und ja, das kann ungemütlich werden, es kann sogar etwas schmerzhaft sein. Doch Psychologen haben längst bewiesen, dass es dem Gehirn umso leichter fällt, sich den großen Herausforderungen des Lebens zu stellen, je besser es darauf konditioniert wurde, regelmäßig die kleinen unangenehme Situationen zu meistern. Dazu kann bewusst diese kalte Dusche am Morgen gehören, was sie zu einer kleinen Mental-Übung macht, die Auswirkungen darauf hat wie wir uns allen Herausforderungen des Lebens stellen.

Das ganze Psycho-Zeugs, das ich so liebe, mal beiseite, folgen jetzt etwas konkretere Auswirkungen auf euren Körper und eure Gesundheit:

2. Kalt- und Warmwechsel fördern die Durchblutung

Eine kalte Dusche verbessert die Blutzirkulation zwischen Haut und Organen. Wenn der Körper kaltem Wasser ausgesetzt wird, zieht sich das Blut in die Organe zurück, um warm zu bleiben. Bei warmen Duschen ist es genau anders herum. Es kann also eine gute Strategie sein, beim Duschen zwischen warmem und kaltem Wasser zu wechseln.

3. Kälte schließt Poren und macht so ein reineres Hautbild und schönere Haare

Durch geschlossene Poren ist die Haut weniger empfindlich für schädliche Umwelteinflüsse. Bei warmem Wasser bleiben nicht nur die Poren geöffnet, es greift zudem den natürlichen Säureschutzmantel der Haut an. Die kostbaren Mineralstoffe, Eiweiße und Fette sollten besser auf der Haut bleiben, denn diese schützen vor Pilzen, Viren und Bakterien.

4. Gezielte Kälte-Reize stärken das Immunsystem

Durch die bessere Durchblutung des Körpers wird das Immunsystem aktiviert. Gerät das Immunsystem in Schwung, schüttet der Körper vermehrt weiße Blutkörperchen aus, die Bakterien und Viren bekämpfen und damit Krankheiten vorbeugen.

5. Durch Kälteschocks schüttet der Körper Glückshormone aus

Kaltes Duschen hat Auswirkungen auf die Ausschüttung von Serotonin und Noradrenalin – beides Hormone, die maßgeblich für das Glücksempfinden verantwortlich sind. So haben verschiedene Studien gezeigt, dass regelmäßiges kaltes Duschen ähnliche Effekte haben kann, wie die Einnahme von Antidepressiva.

6. Die erhöhte Testosteron-Produktion durch kaltes Wasser motiviert für den gesamten Tag

Auch die natürliche Testosteron-Produktion wird durch kaltes Duschen angeregt. Dieses Hormon steigert die Motivation sowie das Selbstbewusstsein über den Tag.

7. Direkt nach dem Sport hilft kaltes Duschen gegen Muskelkater

Athleten nehmen häufig ein Eisbad nach hartem Training, um so Muskelkater zu verhindern und die Pausen zwischen Trainingseinheiten zu verkürzen. So weit muss man natürlich nicht gehen, allerdings sind kalte Duschen für die Muskelregeneration sehr förderlich.

8. Durch den erhöhten Metabolismus wird Fett verbrannt

Kälte aktiviert die braunen Fettzellen, deren Funktion die Umwandlung dieser Zellen von Energie zu Wärme ist. Ist dieses Gewebe aktiv, werden darin große Mengen an Glukose und Fett verbrannt – das beste Mittel gegen Hüftgold. Diesen Prozess nennt man kalte Thermogenese.

 

Wie gehe ich jetzt am besten vor?

Die Umstellung erfordert vor allem eines: Willenskraft. Am besten geht man dabei wie folgt vor:

  • Am Anfang entweder mit kurzen „Kälteschüben“ duschen ODER länger die Temperatur des Wassers langsam aber stetig senken.
  • Zeit erhöhen bzw. Wassertemperatur herunterschrauben.
  • Besonders dann kalt duschen, wenn man gar keine Lust darauf hat, um den maximalen Effekt für die Umkonditionierung zu entfalten.
  • Vier Minuten am Stück kalt duschen sollten nach einiger Zeit kein Problem mehr darstellen, das ist ein gutes Ziel.
  • Ruhig und tief atmen.

Ich teste das Ganze mittlerweile seit über einem Jahr und habe die Temperaturen und Dauer der Kälteschübe immer mal wieder variiert. Mittlerweile gibt es für mich nur noch heiß und eiskalt. Ich beginne eiskalt und beende die Dusche auch so und um nicht zu erfrieren und den Körper maximal anzuregen, gibt es zwischendurch mal ne Minute richtig heißes Wasser. Für mich gibt’s keinen besseren Start in den Tag und ich bin gespannt, was für Erfahrungen ihr macht! Viel Spaß 🙂

2 Comments. Kommentar hinterlassen

  1. Svenno

    Ich habe es heute ausprobiert, noch nie so viel geschriehen unter der Dusche 😀 aber hat tatsächlich Spaß gemacht. Kleines Tageshighlight. Übrigens: wenn man das abends macht, hilft es beim einschlafen (nicht weil man völlig erschöpft vom Kaltwasser aushalten ins Bett steigt sondern weil der Körper versucht Wärme abzugeben in der Nacht, mit kalt duschen hilft man ihm dabei).

    • Nils Oeynhausen

      Tatsächlich? Ich habe mich davor immer gescheut, da es mich morgens so unglaublich wach macht! 😀 Abends gönne ich mir dann manchmal doch die Wellness-Dusche … warm bis heiß, sodass man völlig benebelt wird … und dann noch ein schönes Kokosöl-Kaffee-Peeling dabei 😀 (wird Thema bei einem der nächsten Blog-Artikel übrigens)

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