Mein Morgenritual

Mein Morgenritual

Moin! Ich melde mich mal wieder nach knapp neun aufregenden Monaten erster Berufserfahrungen, intensiver Veränderungen und spannender Perspektivwechsel. Kurzum: Es hat sich einiges getan bei mir!

Eine dieser Veränderungen betrifft ein Thema, das mich schon seit Ewigkeiten fasziniert: die Macht der Rituale. Ich habe hier schon über neue Angewohnheiten geschrieben, wie z. B. das morgendliche Glas Zitronenwasser, die Eiskalte Dusche oder die Kraft der Meditation mit Hilfsmitteln wie Headspace.

Ich experimentiere mit solchen neuen Angewohnheiten schon solange wie ich denken kann und beobachte gerne die Veränderungen, die sie mit sich bringen – vorzugsweise natürlich positive, wobei das definitiv nicht immer der Fall sein kann, wenn man so neugierig ist wie ich 😉 (Ich empfehle entgegen dem aktuellen Hype niemandem mehr als einen Liter Smoothie-Saft am Tag … eine Portion tut’s auch!).

Was sich nun allerdings geändert hat, ist mein Alltag. Seitdem ich für Ligatus arbeite, ist dieser trotz aller Freiheiten und flexiblen Arbeitszeiten doch sehr viel strukturierter als vorher. Das ist eine Struktur, die mir zwar extern auferlegt wurde, doch ich habe gemerkt, wie ich sie richtig lieben gelernt habe. Das Auswahl-Paradoxon besagt, dass mehr Auswahl/Freiheit nicht unbedingt besser ist. Mehr Auswahl führt häufig zu Überforderung, Entscheidungsschwäche und teilweise sogar dazu, dass man sich lieber gar nicht entscheidet, als „falsch“. Das ist ein psychologisches Prinzip, welches es schon immer gab. Es ist uns inhärent; es ist menschlich. Und doch ist es gefährlich, wenn man es vor dem Hintergrund gesellschaftlicher und technologischer Entwicklungen betrachtet. Die Problematik schlägt sich in unserer heutigen Gesellschaft und besonders in meiner Generation Y mit ihren unendlich vielen Möglichkeiten in zahlreichen Situationen nieder: Berufswahl, Online-Dating, durch Social Media multiplizierte FOMO, u. v. m. – meine Generation darf alles, kann alles und fühlt sich damit unendlich überlastet und müde. Dabei ist die Lösung so einfach: Beschränkt euch. Setzt euren „Freiheiten“ Grenzen. Richtet den Blick nach Innen und erkennt die Schönheit in Einfachheit, Wiederholung und Struktur.

Ein Mittel hierfür sind Rituale. Rituale sind ein mächtiges Werkzeug und nach all meinen Experimenten stellte sich mir die Frage, wie ich all diese Angewohnheiten zu Ritualen vereinigen kann, um mein Leben lebenswerter zu gestalten, um glücklicher, ruhiger und ausgeglichener zu werden und trotzdem energiegeladen, leistungsstark und inspiriert zu sein. Denn auch ich litt irgendwie unter den oben genannten Symptomen. Und das boykottierte über Jahre all meine neuen, kleinen wie auch großen Angewohnheiten. Der Innere Schweinehund siegte immer wieder. Bis ich ihn an die Leine genommen habe. Ihn in eine Schweinehundehütte gescheucht habe. Den kleinen Ort in mir, an dem sich diese Hütte befindet, eingemauert habe. Und mich entspannt auf die Mauer gesetzt habe, um das kleine Mistvieh zu beobachten und, wie man es mit Hunden macht, zu konditionieren.

„Yesterday is history. Tomorrow is a mystery. Today is a gift. That’s why it is called the present.“ – jeder Tag ist ein Geschenk. Das haben Historikerinnen wie Alice Morse Earle oder Heilige wie Buddha erkannt, dessen Lehren das Hier und Jetzt als einzigen Moment, den man leben kann, in den Mittelpunkt einer ganzen Glaubensrichtung stellen. Die Königsdisziplin ist sicherlich, jeden Moment bewusst zu leben und zu gestalten. Doch fangen wir erstmal bei der kleinsten sich wiederholenden astronomischen Zeiteinheit an: dem Tag. Nachts erholen wir uns und unser Gehirn arbeitet auf Autopilot. Der Tag gehört uns. Und je nachdem, wie er beginnt, entscheidet in den meisten Fällen darüber, wie er verläuft. Aus diesem Grund habe ich das Morgenritual als für mich wichtigstes Ritual identifiziert. Im Laufe der Jahre habe ich von vielen bekannten und sehr erfolgreichen Persönlichkeiten gelesen, die die komplexesten, verrücktesten und inspirierendsten Morgenrituale haben. Bestimmte Dinge haben sich wiederholt, bestimmte Dinge schienen höchst individuell. Ich möchte euch im Folgenden das Morgenritual vorstellen, das mich seit einigen Monaten jeden Tag motiviert, man möchte fast sagen: beflügelt. Ich habe lange gebraucht, um es mir zu erarbeiten. Und es wird sich sicher im Laufe der Jahre wieder verändern. Doch für den Moment macht es für mich jeden Tag zu einem Geschenk. Zu einem magischen Zeitraum unendlicher Möglichkeiten, in einem Maße, dass ich abends aufgeregt und nur schwer in den Schlaf finde, da meine Vorfreude auf den nächsten Tag fast greifbar ist. Lasst euch inspirieren … oder lasst es sein. Die Wahl liegt wie immer bei euch.

Der frühe Vogel … ist mein Freund

Im Folgenden einmal mein aktuelles Morgenritual für euch im Schnelldurchlauf. Vielleicht schreibe ich zu den einzelnen Punkten noch detailliertere Artikel, viele davon kennt ihr aber sicher schon von mir und seid schon genervt von meinen Stories dazu 😉

  • 5:30 Uhr

    Wecker klingelt – guten Morgen neuer Tag!
  • 5:35 Uhr

    15 Minuten Yoga
    10 Minuten Training für Rücken, Oberkörper, Bauch
  • 6:00 Uhr

    15 Minuten Meditation
  • 6:20 Uhr

    15 Minuten Reflexion – Was ist passiert?
    5 Minuten Blick auf’s Vision Board – Wo möchte ich hin?
  • 6:40 Uhr

    Eiskalte Dusche
    10 Minuten Kokosöl ziehen, währenddessen
    – Kleiderwahl, Ankleiden
    – Schuhe putzen
    – Haare machen
    – Eincremen
    Zähne putzen, Zahnstein entfernen, bla
    Duftwahl und fertig!
  • 7:15 Uhr

    „Frühstücke jeden Tag, als wäre es Sonntag.“

    Eine Schale Matcha zubereiten
    Smoothie für die Arbeit als 3. Frühstück (Obst, Gemüse & Getreideflocken/Samen)
    2-3 Scheiben Brot essen (1 mal süß, 1-2 mal deftig mit Aufstrich & Gemüse und mit Käse überbacken)

  • 7:50 Uhr

    25 Minuten „Me Time“ für
    – Haushalt 🙁
    – Etwas lesen, anschauen oder hören – Inspiration, keine (schlechten) Nachrichten
    – Hobbies wie Fotos bearbeiten, Blog-Beiträge schreiben, etc.
  • 8:15 Uhr

    Auf zur Arbeit – 35 Minuten pendeln, davon
    – 10 Minuten Fußweg zum Berliner Tor
    – 15 Minuten Bahnfahrt – Lesen oder Freunden schreiben
    – 10 Minuten Fußweg durch Ottensen

    Ab dann #POwning #Ligatusing =)

Zum Schluss noch ein paar hoffentlich motivierende
­Eindrücke meines Morgens:

2 Comments. Kommentar hinterlassen

  1. Claudia

    Nils, du bist großartig! Danke, das du mich teilhaben läßt. Das Vision Board werde ich asap in meinen Alltag integrieren. Starte jetzt motiviert in den neuen Tag. Alles Liebe Claudia

    • Nils Oeynhausen

      Danke meine Liebe 🙂 Ich teile gerne meine Erfahrungen. Für mich ist das sogar einer der wichtigste Aspekte in meinem Leben! Erfahrungen sammeln, Erfahrungen teilen. Ob sie angenommen werden oder nicht, liegt dann nicht mehr in meiner Macht. Deshalb freut es mich umso mehr, dass du etwas für dich aus dem Beitrag mitgenommen hast!

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