Yoga, ein Erfahrungsbericht – Teil I

Yoga, ein Erfahrungsbericht – Teil I

Seit vier Monaten praktiziere ich Yoga und es ist Zeit, ein paar Erfahrungen mit euch zu teilen. Yoga ist mehr als eine Sportart, es ist eine Lebenseinstellung. Nicht, weil irgendwie immer dieselben Typen Menschen Yoga praktizieren, sondern weil die regelmäßige Praxis automatisch Einfluss auf die persönlichen Empfindungen und damit auch auf Gedanken und Einstellungen hat. Das musste ich heute wieder einmal feststellen, nachdem ich mich nach einer viel zu langen Feiertagspause wieder auf die Matte geschwungen habe.

Meine Yoga-Anfänge

Wieso fangen Leute damit an, sich auf Matten zu legen und in die irrwitzigsten Posen, Asanas genannt, zu zwingen? Yoga boomt und ich denke, es gibt zwei unterschiedliche Menschengruppen, die dazu mit beitragen: die Neugierigen und die Deprimierten. Die Neugierigen sind immer auf der Suche nach neuen Aktivitäten und da kommt eine hippe Sportart wie Yoga sehr passend. Die Deprimierten befinden sich in einer schwierigen Lebenslage und nehmen deshalb jede Aussicht auf Besserung dankend an. Und beiden Gruppen bietet Yoga eben dies: Besserung. Yoga macht fit, fördert die Durchblutung und Beweglichkeit, kräftigt die Muskeln und bringt Körper und Geist in Einklang. Durch das regelmäßige Praktizieren bekommt man ein komplett anderes Körpergefühl – Zufriedenheit mit sich selbst, angenehme Erschöpfung, Glück – und dieses wiederum hat Auswirkung darauf, wie man die Welt um sich herum wahrnimmt. „Wow, klingt das vielversprechend!“, dachte ich mir, als ich mich als neugieriger Mensch in einer beschissenen Lebenssituation befunden habe und damit gleich doppelt prädestiniert gewesen bin. Also schwang ich mich testhalber täglich auf die Matte, befolgte dabei die Anweisungen meiner App Yoga.com und fühlte mich gut. Das war 2014.

Die richtigen Umstände

Doch das war, wie so häufig, ein kleiner Schnellschuss meinerseits. Zwar ging es mir besser, aber kaum, dass es stressig wurde (ich schrieb an meiner Bachelorthesis und ging 4 mal die Woche trainieren, ein Umzug und komplette Lebensumstellung standen an), legte ich das iPad beiseite und damit meine neue „Leidenschaft“ Yoga. Mitte 2015 musste es mir erst wieder schlecht gehen, bevor ich das zweite Mal die Matte ausrollte. Wieder spürte ich, wie mein Körpergefühl besser wurde und berichtete meinem Umfeld begeistert davon. So auch meiner Nachbarin Sabin, die zufälligerweise seit 30 Jahren Yoga unterrichtet. Und dieser Tag sollte ausschlaggebend dafür sein, dass ich bei meinem zweiten Versuch, Yoga in den Alltag zu integrieren, Erfolg hatte. Denn Sabin bot mir an, jeden Samstag an ihrem Yoga-Kurs im Fitness First teilnehmen zu dürfen. So hatte ich einen regelmäßigen Termin im Kalender, eine Gruppe aus Fremden und Freunden, die ich mit Yoga in Verbindung bringen konnte, und professionelle Hilfestellung, um auch ja alles richtig zu machen, neue Asanas zu lernen und motiviert zu werden – drei sehr wichtige Aspekte, wenn man eine neue Aktivität in den Alltag intregrieren möchte. Natürlich klappt es nicht jede Woche, den Kurs zu besuchen. Und noch seltener ist unsere kleine Gruppe Yoga-Fans komplett. Und die Ferien haben mir gezeigt, dass ich durchaus noch Schwierigkeiten habe, die tägliche Praxis zu pflegen. Doch Yoga ist zu einem Teil von meinem Leben geworden; ich konnte bereits gute Erfolge erzielen und meine Pause während der Feiertage hat mir heute krass vor Augen geführt, welche positiven Auswirkungen Yoga auf mein gesamtes Empfinden hat.

Tag für Tag mehr Harmonie

Denn mit jedem Tag, den man praktiziert, Schritt für Schritt, wird man zufriedener mit sich selbst und dem eigenen Leben. Es ist schwer zu erklären und je nachdem, von wem man es sich erklären lässt, denkt man entweder „Schwer nachvollziehbar!“ oder „Total abgehobener, spiritueller Mist!“. Man muss es einfach selbst erleben. Fakt ist: Niemand hat mich je für beweglich gehalten. Ich war immer der steife Bock und ungefähr so graziös wie eine Mischung aus Elefant und Faultier – mit gebrochenen Füßen. Doch schon nach zwei Monaten konnte ich Asanas wie die Vorbeuge und die fortgeschrittene Ausgestreckte-rechte-Hand-zum-großen-Zeh-Pose. Außerdem ging es mir wirklich schlecht, als ich mit Yoga begonnen habe. Davon ist jetzt nichts mehr zu spüren. Ich denke, dass das nicht allein am Yoga liegt, auch meine Meditationspraxis, auf die ich in einem anderen Artikel eingehen werde, hatte da sicherlich Einfluss drauf. Doch der heutige Tag, die erste Yoga-Session nach ein paar Wochen Pause, hat es mir wieder mal gezeigt: es fühlt sich großartig an, sich auf dieser Matte zum Deppen zu machen! Und ich bin sehr gespannt, zu was dieser Faulfant mit gebrochenen Füßen noch in der Lage ist =)

Namaste!

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